Eiweißversorgung im Alltag – warum sie für Frauen oft zu kurz kommt

Veröffentlicht am 19. September 2025 um 10:36

Süßstoffe werden seit Jahrzehnten als Ersatz für Zucker verwendet. Sie liefern kaum oder gar keine Kalorien, besitzen jedoch eine vielfach höhere Süßkraft. Dadurch können Lebensmittel und Getränke süß schmecken, ohne den Energiegehalt deutlich zu erhöhen. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher liegt der Vorteil auf der Hand: weniger Kalorien, keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und potenziell eine Unterstützung bei der Gewichtskontrolle. Doch wie sinnvoll ist der Einsatz von Süßstoffen wirklich?

Aus ernährungsphysiologischer Sicht kann der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe tatsächlich eine Kalorienreduktion ermöglichen – vorausgesetzt, dass nicht an anderer Stelle im Alltag mehr Energie aufgenommen wird. Studien zeigen, dass der Austausch zuckerhaltiger Getränke durch süßstoffhaltige Varianten die tägliche Energieaufnahme verringern kann. Dies ist besonders relevant für Menschen mit Übergewicht oder für Personen mit Diabetes, bei denen ein stabiler Blutzuckerspiegel wichtig ist.

Kritisch diskutiert wird jedoch, ob Süßstoffe langfristig das Geschmacksempfinden beeinflussen. Der Konsum sehr süßer Produkte – auch ohne Zucker – kann dazu führen, dass die Schwelle für als „angenehm süß“ empfundene Speisen hoch bleibt. Dadurch fällt es einigen Menschen schwerer, den Konsum süßer Lebensmittel insgesamt zu reduzieren. Zudem gibt es Hinweise aus einzelnen Studien, dass bestimmte Süßstoffe bei empfindlichen Personen die Zusammensetzung der Darmmikrobiota beeinflussen könnten, wobei die wissenschaftliche Datenlage hier noch nicht abschließend ist.

Als gezielte Maßnahme können Süßstoffe sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn sie helfen, den Konsum von zuckerhaltigen Getränken oder Süßwaren zu reduzieren. Problematisch wird es, wenn sie als dauerhafte Ersatzstrategie genutzt werden, ohne das generelle Süßverlangen zu hinterfragen. Wer Süßstoffe in Maßen einsetzt und gleichzeitig den Anteil an naturbelassenen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln erhöht, kann sie als hilfreiches Werkzeug nutzen. Ziel sollte jedoch bleiben, den süßen Geschmack insgesamt weniger dominant im Alltag zu verankern – egal ob er aus Zucker oder Süßstoff stammt.

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